Ganz gespannt ging ich an das Auseinanderbauen des Motors.
Als erstes ist mir gleich mal aufgefallen, das der Motor sehr gut riecht, d.h. Schachtel auf und erst mal die Nase reingehalten, mich wunderte das er nicht nach dem üblichen Maschinenöl riecht sondern irgendwie fruchtig, naja ist halt eine nette Nebensache :)

Beim zerlegen stellte ich dann fest, das die Garnitur, die als 5 Kanaler ausgelegt ist, sehr leicht aus dem Gehäuse zu entnehmen ist, also entweder sehr genau gearbeitet oder das Gehäuse ist einen Hauch zu groß geraten.

Es störte mich auch irgendwie das der Vergaser bereits montiert ist, da dieser eine Kunststoffhülse zur thermischen Isolation besitzt und durch den Spannbolzen leider schon etwas verdrückt war (siehe Bilder), sollte nun der Vergaser nur einen Hauch verdreht werden, dieser entweder wieder in die Position die der Vergaser vorher hatte zurückdreht, eine leichte Undichtigkeit entstehen lässt oder eben gar nichts ausmacht, das stellt sich aber dann im Betrieb noch raus.

Die Inbusschraube des Vergaserklemmbolzens ist leider auch um ein paar Milimeter zu kurz und der Bolzen hat keine O-Ring Abdichtung, wie sie heute eigentlich üblich ist.

Beim weiteren zerlegen stellte ich dann fest, das die Kurbelwelle irgendwo im Gehäuse schwer geht, in einer bestimmten Stellung hakt diese irgendwo, nachdem diese allerdings entfernt wurde liessen sich die Lager einwandfrei und ohne hakeleien im Gehäuse drehen, ich befürchtete, das eines der beiden Lager noch nicht richtig im Sitz ist. Leider bestätigte sich das dann auch, das Hauptlager war nicht 100% in den Sitz eingepresst worden.
Nach dem Erwärmen des Motors und Korrektur des Kugellagersitzes lief er dann aber einwandfrei mit eingebauter Kurbelwelle ohne ruckeln.
Im übrigen ist als Hauptlager ein Standardlager mit den Maßen 14x25,4x6mm verbaut.
Vorne ist ein Standardlager 607 RS TN9/C3 verbaut mit den Maßen 7x19x6 und leider nur einer Dichtung die noch dazu zu der Reihe mit den blauen Dichtscheiben gehört.
Diese Lagerdichtungen sind bei den Novas und RB`s schon Reihenweise undicht.
RB lässt nicht umsonst die innere Dichtung auch verbaut so das die Bezeichnung dieses Lagers dann folgende ist: 607 2RS TN9/C3.

Die Kurbelwelle ist an sich nichts ungewöhnliches, jedoch sehr sauber verarbeitet und besitzt eine kleine Lasergravur mit der Aufschrift APS (Abrasion Protection System) auf der Wange.
Von einer Beschichtung des Zapfens konnte ich allerdings nichts feststellen.

Weiter aufgefallen ist, das im Handbuch auf der Mitgelieferten CD steht, es sei ein 7,5mm Venturi Einsatz von Werk aus verbaut, wie auf den Bildern aber zu sehen ist, ist aber lediglich der 7mm verbaut, was zwar weniger Verbrauch mit sich zieht aber auch weniger Drehzahl und bei einem 9mm Vergaser macht das einiges aus!

Ebenso ist im Handbuch beschrieben das eine C7 Kerze original im Motor steckt, verbaut war aber die C6 also auch nicht wie im Buch beschrieben, hmm :(

Der Brennraumeinsatz ist mit auffällig vielen Dichtscheiben versehen, beim Nachmessen stellte ich dann fest das 3 Scheiben à 0,2mm verbaut waren, insgesamt also 0,6mm.
Beim Nachmessen des Spaltmaßes passte dann aber mit 0,6mm alles.
Da in der Motorschachtel eine weitere 0,1mm Dichtung beigelegt ist, ist das ganze kein Problem auf Sprit mit 30 oder 35% Nitro abzustimmen.
Auffällig war hier, das die Dichtungen sehr stramm über dem Brennraumeinsatz eingepasst sind, ebenso der Einsatz beim hineinstecken in die Laufgarnitur, so das man beim entfernen des Einsatzes automatisch die Laufgarnitur mit aus dem Motor heraus zieht.
Auch ist es nicht von Vorteil die 0,1mm Dichtung die dem Paket beiliegt, einfach so mit zu der Krümmerdichtung und den Krümmerfedern zu packen ohne einen dünnen Kartonstreifen zu hinterlegen, da diese Dichtung sehr sehr leicht verbiegt und evtl. beim Einbau dann undicht ist.

Für meinen Geschmack sind an dem Motor zu viele Inbusschrauben verbaut, das heisst es gibt nicht eine einzige Schlitzschraube, mal abgesehen von den Düsennadeln.
So wurde auch der Kühlkopf mit Inbusschrauben befestigt, nur zu öffnen für denjenigen der einen 3mm Inbus sein eigen nennt, das ist nicht selbstverständlich, ich selber habe einen von guter Qualität nur durch Zufall und hab den eigentlich noch nie in Gebrauch gehabt, naja jetzt weiss ich auch wofür er gut ist.

Gut ist, das der Heckdeckel eine Innenliegende Dichtung besitzt, nicht wie bei den RB Motoren diesen dünnen Ring der allzu gerne einreisst und nur über den Deckel gestülpt ist.

Wünschenswert wäre auch mal eine Beigabe zur Motorverpackung um die Steuerzeiten des Motors in geringem Maße zu ändern, indem man eine Scheibe beipackt die nicht zwischen Brennraum und Garnitur kommt um die Verdichtung zu reduzieren sondern eine Scheibe die man unter die Laufgarnitur legt, bevor diese in den Motor gesteckt wird, somit ließe sich der Motor auf lange Strecken abstimmen, wo Drehzahl gefordert ist oder auf Strecken die weniger Drehmoment erfordern, naja vielleicht ringt sich ein Hersteller ja einmal dazu durch.....

Steuerzeiten für den Motor hab ich im Steuerzeitenbereich hinterlegt, sicherlich Interessant für den einen oder anderen.

Alles in Allem wird sich zeigen ob der Motor eine daseinsberechtigung hat und das hält was er uns durch die Geheimnisvolle Art, lange Zeit versprochen hat :)